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AWA - STA-Journal

 

Nachrichten aus der adventistischen Welt

 


 

Dr. Andrea Luxon designierte Präsidentin der Andrews University

 

 

Berrien Springs, Michigan/USA, 02.03.2016/APD Das Kuratorium der adventistischen Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, hat am 1. März Andrea Luxton als sechste Präsidentin der Universität designiert. Die Bestätigung der Wahl soll formell durch das neu gewählte Kuratorium am 2. Juni erfolgen. Dies teilte die Universität auf ihrer Webseite mit. Der Berufung von Andrea Luxton sei seit September 2015 ein monatelanger Findungsprozess vorausgegangen.

 

 

Die Andrews University gilt als „Flaggschiff“ adventistischer Ausbildungsstätten für religiöse Leiter der Kirche und ist eine Institution der Weltkirchenleitung. Luxton folgt in dieser Position auf Niels-Erik Andreasen, der sich im Frühjahr, nach 22 Jahren im Amt, pensionieren lassen wird. Seit Gründung des Battle Creek College 1874, aus dem sich später die Andrews University entwickelte, ist Luxton die 24. Person im Präsidentenamt. An der Universität sind 3.516 Studenten und Studentinnen eingeschrieben, die von einem Lehrkörper von 292 Personen unterrichtet werden.

 

Vermehrt Frauen in Leitungspositionen an adventistischen Bildungseinrichtungen

 

Nach Angaben von SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF), wird Luxton mit dieser Berufung Teil einer wachsenden Zahl von Frauen, die Präsidentinnen höherer adventistischer Bildungsinstitutionen in Nordamerika sind: Dr. Avis Hendrickson, Atlantic Union College, Lancaster/Massachusetts, Dr. Heather Knight, Pacific Union College, Angwin/Kalifornien und Dr. Vinita Sauder, Union College, Lincoln/Nebraska.

 

Werdegang

Seit 2010 hat Andrea Luxton als Kanzlerin der Universität gearbeitet. Vor ihrer Zeit an der Andrews University hat sie am adventistischen Canadian University College, jetzt Burman University, Lacombe/Kanada, die akademische Administration geleitet, in der Abteilung Erziehung der Weltkirchenleitung als Vizedirektorin gedient und davor u.a. als Präsidentin des Newbold College, Bracknell/England und Principalin der Stanborough School. Sie hat ein Doktorat in Englisch der Catholic University of America, Washington, D.C. An der Universität Twente/Niederlande hat sie ein postgraduales Studium in Institutionellem Management und Veränderung abgeschlossen.

  Die Association of Adventist Women wählte Andrea Luxton 2004 zur "Woman of the Year" - Professional Life.

  „Ich freue mich auf die Möglichkeit, das große Erbe von Dr. Andreasen zu übernehmen, der zwei Jahrzehnte die Leitung der Andrews Universität inne hatte“, sagte Luxton. „Ich möchte hilfreiche und zielführende Wege finden, um die Trägerschaft der Andrews University sowohl auf dem Campus in Berrien Springs als auch die Ableger der Andrews University auf der ganzen Welt zu unterstützen und ihnen zu dienen.“ (APD/wb)

(Foto: AU)

 

 

 

Erklärung der Adventisten zur Kandidatur für politische Ämter

20.11.2015/ Die Kirchenleitungen der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben am 20. November gemeinsam eine Erklärung veröffentlicht, welche ihr Verständnis der Trennung von Religion/Kirche und Staat bei Kandidaturen für politische Ämter darstellt. Demnach verhält sich die Kirche auch gegenüber adventistischen Kandidaten oder Kandidatinnen neutral und kommentiert deren Aussagen nicht.

Aufgrund des aktuellen Vorwahlkampfs zur Nominierung eines Kandidaten für die Präsidentschaftswahl in den USA hat die adventistische Kirchenleitung in Nordamerika eine Erklärung zur Kandidatur des Adventisten Dr. Benjamin Carson abgegeben. Dieser Stellungnahme hat sich auch die Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division) angeschlossen, zu der die Adventisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören.

  Auch diese drei nationalen Kirchenleitungen halten in einer kurzen Erklärung ihr Verständnis der Trennung von Religion/Kirche und Staat fest: „Personen, die für politische Wahlämter kandidieren, werden von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darin weder unterstützt, noch gehindert.“ Adventistische Kirchenmitglieder seien in ihrer persönlichen politischen Willensbekundung völlig frei, so die Erklärung. Und weiter: „Persönliche oder religiöse Äußerungen von Kandidierenden im Rahmen des Wahlkampfes werden von der Kirche als deren Meinung eingestuft und nicht kommentiert.“ Derartige Äußerungen sollten nicht mit den Glaubensartikeln oder Auffassungen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gleich gesetzt werden. (APD)

 

Wortlaut der Erklärung

 


 

 Trauerfeier für Roy Branson

Nachruf auf Roy Branson (1938-2015)

 

von Walter Bromba


 

Am 06.07.2015 verstarb Roy Branson im Alter von 78 Jahren im Loma Linda University Medical Center in Californien an den Folgen eines Herzinfarkts.

   Branson war Mitbegründer des Spectrum-Magazine (1969), der (Vierteljahrs-) Zeitschrift der „Association of Adventist Forums“, heute: „Adventist Forum“ (AF), der amerikanischen Schwesterorganisation des AWA.
   1975 wurde er zusammen mit Charles Scriven Redakteur dieses Magazins, drei Jahre später versah er die Aufgabe alleinverantwortlich bis 1998. Viele Jahre diente er der Zeitschrift auch als Mitglied im Board of Directors.
   Bis heute ist dieses Heft ein Zeugnis unabhängiger, offener adventistischer Publizistik, die kritisch und loyal zur Kirche sein kann, auch wenn der Kirche so manche unbequeme Themen aufgezwungen wurden.
  Branson studierte am adventistischen Atlantic Union College, an der University of Chicago und der adventistischen Andrews University. An der Harvard University promovierte er 1968 in Religious Ethik.
  Er lehrte am Seventh-day Adventist Theological Seminary der Andrews University, an der Georgetown University und am Columbia Union College (heute: Washington Adventist University). Zudem gründete er verschiedene Universitäts-Institute und interdisziplinäre Projekte und war ein aktiver Autor verschiedener Publikationen. Für einige Jahre war er auch Vorsitzender der Adventist Society for Religious Studies.
  Bis zu seinem Tod war er seit 1908 Professor of Religion und Associate Dean der Loma Linda University School of Religion sowie Direktor des dortigen Center for Christian Bioethics.
  Roy Branson stammte aus einer Familie mit langem adventistischen Stammbaum. Er wuchs im Libanon auf, da sein Vater dort das Middle East College (heute: Universität) an seinem jetzigen Standort begründete, sein Großvater war von 1950-54 Präsident der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten.
  „Educator, mentor, ethicist, and advocate for social justice for many decades“ benannte der Adventist Review den in seiner Jugend auch als Bürgerrechtler aktiven Roy Branson. „He Left Us With Hope“ überschrieb Spectrum Magazine den Nachruf.
  1995, anlässlich der Vollversammlung der Generalkonferenz in Utrecht - die auch schon das Frauen-Ordinationsthema auf der Agenda hatte - trafen wir uns zu einem längeren Gespräch. Es ging, wie sollte es sein, um Geschichte und Zukunft unserer Kirche, um AF, AWA, Spectrum, STUFEN, etc. Ich erlebte ihn als einen Mann der Ermutigung und Hoffnung.
Danke Roy Branson!

(Foto: Spectrum)

 

 


 

 

 

Bildungskongress:

 

 

Vom 14.-17.05.2015

veranstaltete der

Norddeutsche und der

Süddeutsche Verband

der Freikirche der

Siebenten-Tags-Adventisten

einen Bildungskongress im

Schulzentrum Marienhöhe,

Darmstadt.

 

Informationen: 

www.bildungskongress.org

Flyer

 

Schulzentrum Marienhöhe:

www.marienhoehe.de

 

Siehe auch auf der Website von "Pro Marienhöhe":

 

http://www.promarienhöhe.eu/tagungen-konferenzen.html

 

 

 


 

Jungbrunnen der Welt: Loma Linda
In Arte-tv: FR 18. Juli 2014; Wiederholungen: FR, 01.08. um 18:25 Uhr; FR, 08.08. um 7:45 Uhr.
Video bis 25.07 auf Arte+7 (http://www.arte.tv/guide/de/047825-005/jungbrunnen-der-welt)

 


 

Adventisten im Südpazik, in den Vereinigten Staaten und Kanada und in Europa empfehlen Ordination von Frauen zum Pastorendienst

(Wahroonga, New South Wales/Australien)   Am 13. November hat der Exekutivausschuss der kontinentalen Kirchenleitung („Division“) der Siebenten-Tags-Adventisten im Südpazifik (SPD) den Bericht seines Biblischen Forschungskomitees (Biblical Research Committee) einstimmig bestätigt, wonach es „keinen biblischen Grund gibt, der ein Hindernis für die Ordination von Frauen darstellt“.
  Der Bericht des Forschungskomitees, der während der Herbstsitzung des SPD-Exekutivausschusses in Wahroonga, New South Wales/Australien, vorgestellt wurde, sei laut der adventistischen Kirchenzeitschrift in Australien „Record“ das Ergebnis von sieben Forschungsarbeiten sowie von ausführlichen Beratungen. Der Bericht komme zum Schluss, dass „die Berufung durch den Heiligen Geist für beide, Männer und Frauen, anerkannt werden muss“. Zudem gehe es auch um ein Ungerechtigkeitsempfinden, das gelöst werden müsse.
  Die Empfehlung zugunsten der Frauenordination befürworte zum jetzigen Zeitpunkt keine Änderung in den Arbeitsrichtlinien der Adventisten im Südpazifischen Raum. Sie sei aber ein klares Zeichen an die Studiengruppe zur Ordinationstheologie (Theology of Ordination Study Committee - TOSC) der adventistischen Weltkirchenleitung, an welche diese Empfehlung weitergeleitet werde, so „Record“.

Australien


„Ich bin überzeugt, dass die Ordination nicht vom Geschlecht abhängig sein sollte“, betonte Pastor Barry Oliver, SPD-Präsident, nach der Abstimmung. „Ich anerkenne aber auch die enorme Bedeutung der Einheit für die Kirche. Unsere globale Einheit ist ein wunderbares Geschenk Gottes. Es ist meine Hoffnung, dass wir uns als weltweite Gemeinschaft in einer geordneten und einheitlichen Art und Weise weiter entwickeln.“

Französisch Polynesien


Obwohl die Empfehlung zur Ordination von Frauen zum Pastorendienst von den Vertretern der verschiedenen Kirchenregionen im Südpazifik einstimmig verabschiedet wurde, sei diesen bewusst, dass eine solche Änderung in den unterschiedlichen Kulturen Schwierigkeiten mit sich bringen könne, so „Record“. „Derzeit ist es in unserer Kultur schwierig, Frauen zu ordinieren“, sagte Pastor Roger Tetuanui, Präsident der Kirchenleitung in Französisch Polynesien. „Aber die jüngere Generation ist offener, und es ist möglich, dass sie in Zukunft Frauen ordiniert, sofern die Weltkirchenleitung unsere Empfehlung nachvollzieht.“

Papua-Neuguinea

„Ich stimme voll und ganz mit der Empfehlung überein“, sagte Ellie Kotoveke, Rektor der Sonoma Grundschule in Papua-Neuguinea. „Wir haben Frauen in der Pastorenschaft. Sie haben eine spirituelle Dimension, welche die Vitalität unserer Kirchenfamilie bereichert.“

Fidschi

„Auf Fidschi haben wir heute eine positivere Haltung bezüglich der Rolle von Frauen in der Gesellschaft und in der Kirche, als dies früher der Fall war“, erläuterte Pastor Nasoni Lutunaliewa, Mitarbeiter der adventistischen Kirchenleitung im Inselstaat. „In der Vergangenheit haben wir Frauen nicht in Leitungspositionen gesehen, aber das ändert sich. Es gibt zwar Widerstand, aber ich erkenne die biblische Grundlage für die Frauenordination. Da ich mich der Bibel verpflichtet fühle und nicht meiner Kultur, unterstütze ich diesen Schritt. Das ist meine persönliche Sichtweise und nicht jene der Mehrheit der Kirchenmitglieder auf Fidschi. Auch wenn die Weltkirchenleitung in Zukunft die Frauenordination zum Pastorendienst möglich macht, gehe ich nicht davon aus, dass unsere Kirche in Fidschi diesen Weg bald beschreiten wird. Wir werden zuerst gründliche und von Respekt geprägte Gespräche darüber führen müssen.“

Europäische und nordamerikanische Adventisten


Der Exekutivausschuss der Adventisten in West- und Südeuropa („Intereuropäische Division“ - EUD) hat am 4. November in Madrid/Spanien, einstimmig die Ordination von Frauen zum Pastorendienst empfohlen. Am gleichen Tag hat der Exekutivausschuss der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) in Silver Spring, Maryland/USA, mit 182 zu 31 Stimmen ebenso eine Empfehlung für die Frauenordination an die Studiengruppe zur Ordinationstheologie (Theology of Ordination Study Committee - TOSC) der Weltkirchenleitung abgegeben.

Studienkommission auf Weltebene


Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hatte 2012 eine Studienkommission (TOSC) eingesetzt, die sich bis Oktober 2014 mit der Theologie der Ordination befassen solle. Die weltweit dreizehn Kirchenregionen sollen die Ergebnisse ihrer eigenen Studiengruppen zur Frauenordinationsfrage an die TOSC weiterleiten, wie dies die europäische und nordamerikanische Kirchenleitung sowie jene im Südpazifik, bereits gemacht haben. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sollten die adventistische Gemeindepraxis unter besonderer Berücksichtigung einer bisher noch nicht in der Freikirche möglichen Ordination von Pastorinnen einbeziehen. Die Ergebnisse würden im Oktober 2014 dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung vorgestellt, der dazu Empfehlungen verabschiede, welche der adventistischen Weltsynode 2015 in San Antonio, Texas/USA, zur Abstimmung vorgelegt werden sollen.

Die Weltsynoden der Adventisten 1990 in Indianapolis/USA und 1995 in Utrecht/Niederlande hatten die Ordination von weiblichen Geistlichen mehrheitlich abgelehnt. Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorin ist außerhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit fast 18 Millionen erwachsen getauften Adventisten leben, umstritten. (APD)


 


 

Erstmals Frau als regionale adventistische Kirchenleiterin gewählt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sandra Roberts

President of Southeastern California Conference

of Seventh-day Adventists.   (Foto: SECC)

 

 

(Riverside, Kalifornien/USA, 29.10.2013)  Am 27. Oktober haben 786 Delegierte der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-

Adventisten in Südost-Kalifornien (Southeastern California Conference of Seventh-day Adventists, SECC) mit 72 zu 28 Prozent die Pastorin Sandra Roberts zur Präsidentin ihrer Kirchenleitung („Vereinigung“) gewählt. Roberts ist damit die erste adventistische Frau weltweit, die zur Leiterin einer Kirchenregion

gewählt worden ist. 66,8 Prozent der Delegierten seien laut SECC Männer gewesen, 33,2 Prozent Frauen. In der SECC-Kirchenregion gibt es 67.906 Mitglieder, 143 Kirchgemeinden und zehn ordinierte Pastorinnen.

 

Einspruch des Weltkirchenleiters gegen die Wahl einer Frau als Präsidentin



Pastor Ricardo Graham, Präsident der fünf US-Bundesstaaten umfassenden Pacific Union Conference (PUC), der überregionalen Kirchenleitung („Union/Verband“), wurde von Pastor Ted Wilson, Präsident der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleiter), beauftragt, die SECC-Delegierten in seinem Namen vor der Wahl einer Frau zur Präsidentin zu warnen. Eine solche Wahl würde „durch die Weltkirche nicht anerkannt”, und die regionale Kirchenleitung in Südostkalifornien sowie deren überregionale PUC-Kirchenleitung würden dadurch in direktem Gegensatz zur Weltkirchenleitung stehen. Eine Frau als Präsidentin einer regionalen Kirchenleitung werde laut Pastor Wilson nicht zum anstehenden Exekutivausschuss der Nordamerikanischen Kirchenleitung („Division“) als Abteilung der Generalkonferenz, in Silver Spring, Maryland/USA, zugelassen noch sei sie stimmberechtigt.
  Wegen der aufkommenden Unruhe unter den Delegierten aufgrund der Bekanntgabe der Stellungnahme des Präsidenten der Generalkonferenz habe sich Graham beeilt hinzuzufügen, dass sowohl die Delegierten der übergeordneten PUC-Kirchenleitung, als auch die untergeordneten SECC-Delegierten, 2012 die Ordination von Frauen befürwortet hätten. Damals sei beschlossen worden, Pastoren unabhängig ihres Geschlechts zu ordinieren. Auf dieser Grundlage habe der SECC-Nominierungsausschuss in Übereinstimmung mit den Richtlinien und Statuten der regionalen sowie auch der überregionalen Kirchenleitung gehandelt, als er Sandra Roberts zur Wahl als Präsidentin vorgeschlagen habe. Jeder potentielle Konflikt betreffe demnach nur die überregionale Kirchenleitung sowie die Weltkirchenleitung, so Ricardo Graham, und müsse zwischen diesen Kirchenadministrationen gelöst werden.
  Delegierte, die gegen die Wahl einer Frau opponiert haben, hätten laut SECC-Mitteilung die Einheit und Übereinstimmung mit der Weltkirche angemahnt, deren Statuten keine Frau als Präsidentin einer Kirchenleitung zuließen.
  Sandra Roberts war seit 2004 Exekutivsekretärin (Geschäftsführerin und Vizepräsidentin) der regionalen Kirchenleitung (SECC). Davor arbeitete sie als Lehrerin, Seelsorgerin, Jugendabteilungsleiterin und Pastorin. Sie erhielt 1984 ihren Masterabschluss von der adventistischen Andrews Universität (Michigan/USA) und promovierte 2006 an der Claremont School of Theology (Kalifornien/USA), einer Institution der United Methodist Church. Sandra Roberts löst Pastor Gerald Penick ab, der neun Jahre als SECC-Präsident gedient hatte und seine letzten Berufsjahre als Seelsorger in einer adventistischen Gemeinde leisten möchte.
  „Christus wird immer unser Ankerpunkt sein“, betonte Sandra Roberts. Die Nachfolge Jesu dürfe ohne die Angst erfolgen, dass diese Unterschiede die Kirchenmitglieder auseinanderbringen würden. Abschließend versicherte sie den Delegierten, dass sie nicht von oben nach unten leiten werde. Vielmehr wolle sie im Team arbeiten.

Ordinierte Pastorinnen umstritten

Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet“ werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen. Laut Weltkirchenleitung dürfen aber nur männliche Geistliche ordiniert werden. Nur sie dürften in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer „Vereinigung“ oder eines „Verbandes“ (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung), berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig sei. Während die Ordination von Pastoren weltweit innerhalb der Freikirche Gültigkeit habe, dürften Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehörten, welche die Segnung praktiziere.
  Diese Konsens bröckelt zusehend. Viele Adventisten der Westküste und Ostküste der USA sowie der west- und nordeuropäischen Staaten sind gewillt, die in ihren Gesellschaften selbstverständliche Gleichheit der Geschlechter auch auf allen Ebenen der Kirche zu verwirklichen. Auch die Adventisten in China ordinieren ganz selbstverständlich Frauen vollgültig zum Pastorendienst - es gibt dort ohnehin mehr Frauen als Männer als Pastoren.

Erste adventistische Frau in Europa als Pastorin ordiniert

(BC Huis ter Heide/Niederlande, 25.09.2013) Am 21. September hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den Niederlanden in der Christus Koning-Kirche, Den Haag, Enrico Karg und Guisèle Berkel-Larmonie während eines Gottesdienstes zum Pastorendienst ordiniert, teilte die Kommunikationsabteilung der Kirche mit. Guisèle Berkel-Larmonie ist damit die erste adventistische Pastorin in Europa, die während einer gottesdienstlichen Feier ordiniert worden ist.
  Am 30. Mai hatte der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung in den Niederlanden beschlossen, zum 1. Juni 2013 keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Pastorinnen und ihren männlichen Kollegen mehr zuzulassen. Frauen würden jetzt in gleicher Weise wie Männer zum Pastorendienst ordiniert. Alle bereits im Dienst stehenden adventistischen Pastorinnen sind daraufhin ab diesem Datum als ordiniert eingestuft worden. Die adventistische Kirchenleitung der Niederlande bezeichne nunmehr in ihren Berichten an die Weltkirche alle Pastoren, ob männlich oder weiblich, als „ordiniert“

Adventistische Frauen in den USA zum Pastorendienst ordiniert

2012 und 2013 haben überregionale adventistische Kirchenleitungen Beschlüsse zur geschlechtsunabhängigen Ordination gefasst: Die „Columbia Union Conference“ im Osten und die „Pacific Union Conference“ im Westen der USA sowie der „Norddeutsche Verband“, die „Niederländische Union“, die „Norwegische Union“ und die „Dänische Union“. In den beiden nordamerikanischen Kirchenregionen sind bereits mehr als zehn Frauen als Pastorinnen ordiniert worden.

Studienkommission zur Ordinationsfrage

Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten hat 2012 eine Studienkommission eingesetzt, die sich bis Oktober 2014 mit der Theologie der Ordination befassen solle. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sollten die adventistische Gemeindepraxis unter besonderer Berücksichtigung einer bisher noch nicht in der Freikirche möglichen Ordination von Pastorinnen einbeziehen. Die Ergebnisse würden im Oktober 2014 dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung vorgestellt, der dazu Empfehlungen verabschiede, welche der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) 2015 in San Antonio, Texas/USA, zur Abstimmung vorgelegt werden sollten.
  Die Weltsynoden der Adventisten 1990 in Indianapolis/USA und 1995 in Utrecht/Niederlande hatten die Ordination von weiblichen Geistlichen mehrheitlich abgelehnt. Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorinnen sei außerhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit fast 18 Millionen erwachsen getauften Adventisten leben, umstritten. [APD/wb]




 

Adventistische Weltkirche rügt untergeordnete Kirchenleitungen wegen eigenständigen Vorgehens

(Silver Spring, Maryland/USA, 18.10.2012) Der Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) hat am 16. Oktober eine Stellungnahme mit 265 zu 25 Stimmen verabschiedet, welche die Vorgehensweise und das Verfahren in der Weltkirche klarstellt, wenn Meinungsverschiedenheiten und abweichende Beschlussfassungen vorliegen, wie Adventist News Network (ANN) berichtete.
  Mit der Erklärung reagiere der Exekutivausschuss der Generalkonferenz, das wichtigste Kirchenleitungsgremium der Siebenten-Tags-Adventisten zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Weltsynoden (Generalkonferenz-Vollversammlungen), auf die abweichenden Beschlüsse von zwei überregionalen Kirchenleitungen in den USA und einer in Deutschland, so ANN. Delegiertenversammlungen der „Columbia Union Conference“ (CUC), der „Pacific Union Conference“ (PUC) und des Norddeutschen Verbandes (NDV) hatten 2012 die Ordination zum Pastorendienst unabhängig vom Geschlecht beschlossen.
  Die Beschlüsse, welche nicht im Einklang mit den während der adventistischen Weltsynoden von 1990 und 1995 getroffenen Entscheidungen der Weltkirche stünden, drückten nicht nur eine Meinungsverschiedenheit aus, heißt es in der verabschiedeten Stellungnahme, sondern seien ein klarer Ausdruck der Selbstbestimmung. Sie würden einen Bereich betreffen, zu dem die Weltkirche zweimal in anderer Weise entschieden habe. Der Exekutivausschuss der Generalkonferenz betrachte die Beschlüsse der untergeordneten Kirchenleitungen „als gravierende Fehler“, so das Dokument. In ihm wird betont: „Diese Erklärung befasst sich mit Struktur, Organisation und Abläufen in der Kirche. Es geht an und für sich nicht um die Frage der Ordination zum Pastorendienst.“
  Die angenommene Stellungnahme drücke laut ANN die Missbilligung über die Beschlüsse der drei überregionalen Kirchenleitungen (Union/Verband) aus, appelliere an alle Kirchenverwaltungsebenen, die Auswirkungen unabhängiger Entscheide zu bedenken und bekräftige die Rolle der Frauen im Leben und Dienst der Kirche. Das Dokument weise auch auf die theologischen Studien zur Ordinationsfrage hin, deren Ergebnisse 2014 vorliegen sollten. Sanktionen würden in der Stellungnahme weder ausgesprochen noch vorgeschlagen.
„Die Weltkirche kann nicht Praktiken legitimieren, die eindeutig im Widerspruch zur Absicht der Beschlüsse der Generalkonferenz-Vollversammlung stehen. Deshalb anerkennt die Weltkirche die Beschlüsse von regionalen (Vereinigungen) und überregionalen (Verbände/Unionen) Kirchenleitungen nicht, welche die Ordination zum Pastorendienst unabhängig vom Geschlecht zugelassen oder umgesetzt haben“, heißt es in der beschlossenen Erklärung.
  Laut Spectrum, dem Magazin der AWA-Schwesterorganisation „Adventist Forum“, sei das zu verabschiedende Dokument den Mitgliedern des Exekutivausschusses nach zweistündiger mündlicher Einführung während der Sitzung ausgeteilt worden. Während der Diskussion hätten sich 23 Personen zu Wort gemeldet. Eine nordamerikanische Delegierte habe festgestellt, dass es bei der ganzen Angelegenheit nicht nur um Verfahrensfragen, sondern auch um Fragen der Gerechtigkeit und Gleichheit gehe. Verschiedene Ausschussmitglieder hätten, so Spectrum, die Präsidenten der drei abweichenden überregionalen Kirchenleitungen aufgefordert, sich zu entschuldigen, was aber nicht geschehen sei.
  Pastor Tankiso Letseli, Präsident der überregionalen Kirchenleitung von Südafrika (South African Union Conference), habe gefragt, ob Frauen, welche gegebenenfalls in den in dieser Frage abweichenden Kirchenleitungsregionen zu Präsidentinnen gewählt würden, auch Mitglieder des Leitungsgremiums der Generalkonferenz sein könnten, oder wie sich die südafrikanische Freikirchenleitung verhalten sollte, falls eine ordinierte Pastorin in ihr Gebiet käme. Generalkonferenzpräsident Ted Wilson habe geantwortet, dass der Wortlaut des Dokuments klar sei: Die Weltkirche anerkenne solche Ordinationen nicht, und somit hätten sie auch keine Gültigkeit.
  Die Stellungnahme wurde laut Pastor Ted Wilson von PREXAD, dem Executive Advisory Komitee des Weltkirchenpräsidenten, in einer vierstündigen Sitzung vorbereitet und per Konsens verabschiedet. Mitglieder von PREXAD sind die neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung, der Generalsekretär und dessen Stellvertreter, der Schatzmeister und dessen Stellvertreter sowie die dreizehn Präsidenten der kontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen). Anschließend sei das Dokument von den leitenden Angestellten der Weltkirche diskutiert und mit großer Mehrheit zur Beschlussfassung durch den Exekutivausschuss empfohlen worden.

[APD/wb]

 

Weitere Nachrichten zu diesem Thema siehe auch http://spectrummagazine.org

 


 

Konrad F. Mueller (03.05.1919-26.06.2012)

 

 

 

Am 26. Juni verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit Konrad F. Mueller im Alter von 93 Jahren in Loma Linda, Kalifornien/USA.  Bekannt wurde der in Schlangen, bei Detmold/Lippe, geborene adventistische Missionar und Hochschullehrer durch seine in vier Auflagen erschienene Dissertation Die Frühgeschichte der Siebenten-Tags-Adventisten bis zur Gemeindegründung 1863 und ihre Bedeutung für die moderne Irenik. Sie war die erste deutschsprachige wissenschaftliche Ausarbeitung über diese Phase der adventistischen Entstehungsgeschichte.
  Zu den Stationen des Lebens von Mueller gehörten nach Ausbildung am Theologischen Seminar Friedensau bei Magdeburg, Kriegserfahrungen in Russland mit anschließender Gefangenschaft, Studium in den USA (La Sierra College, Andrews University - MDiv.), anschließende Lehrtätigkeit in Nigeria, Studium (1966-69) und Promotion an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität Frankfurt am Main, dabei Lehrtätigkeit am Theologischen Seminar Marienhöhe Darmstadt, danach wieder in Nigeria und Liberia. Ab 1975 war er Dozent am Newbold College (England), wo er bis zu seiner Pensionierung 1986 auch das dortige Ellen G. White-Studienzentrum leitete. Anschließend kehrte er mit seiner Frau Erna, geb. Hermann, nach Loma Linda in die USA zurück, von wo aus er noch bis ins hohe Alter Vortragsreisen unter anderem nach Afrika und Astrachan an der Wolga, dem Ort seiner Kriegsgefangenschaft, unternahm.
  Seit 1996 bis zu seinem Tod diente er als Pastor der Adventgemeinde Los Angeles, der letzten deutschen adventistischen Kirchengemeinde in den Vereinigten Staaten.
  Nach dem Tod seiner Frau, mit der er seit 1942 über 60 Jahre verheiratet war, ging er erneut eine Ehe ein. Er hinterlässt seine zweite Frau Emma sowie die Töchter Riki Weiner und Helga Mueller samt Enkelkindern.

 

(APD/wb, Foto: aus Muellers Marienhöher Zeit, Archiv wb)

 

 


 

Auch im Westen der USA große Mehrheit der Adventisten für Frauenordination

 

(Sandy, Oregon/USA, 20.08.2012)   Während einer außerordentlichen Delegiertenversammlung der adventistischen “Pacific Union Conference” (PUC) am 19. August in Woodland Hills, Kalifornien/USA, haben 79 Prozent der Abgeordneten dem Antrag des PUC-Exekutivausschusses zugestimmt, wonach “die Ordination zum Pastorendienst unabhängig vom Geschlecht” erfolgen kann, wie “AdventistToday” berichtete. Das Gebiet der “Pacific Union Conference” umfasst die Adventisten in den US-Bundesstaaten Arizona, Hawaii, Kalifornien, Nevada, Utah sowie auf den Johnston und Midway Inseln.
  Mit diesem Votum schließt sich die “Pacific Union Conference” zwei weiteren überregionalen adventistischen Kirchenleitungen an: Die Delegierten des “Norddeutschen Verbandes”, der adventistischen Freikirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland, haben am 23. April 2012 mit knapp 80 Prozent Mehrheit beschlossen, die Ordination von Frauen zum Pastorenamt im Bereich ihres Verwaltungsgebiets zuzulassen. Außerdem hat auch die “Columbia Union Conference”, deren Gebiet die US-Bundesstaaten Delaware, Maryland, New Jersey, Ohio, Pennsylvania, Virginia, West Virginia und den Distrikt of Columbia mit der Hauptstadt Washington umfasst, am 19. August mit 80 Prozent der Ordination zum Pastorendienst, unabhängig vom Geschlecht, zugestimmt.
  Ein weiterer Antrag an die außerordentliche Delegiertenversammlung auf Änderung der Verfassung der “Pacific Union Conference”, verfehlte mit 65 Prozent oder vier Stimmen die nötige Zweidrittelmehrheit nur knapp. Dabei sollten zwei Worte ersetzt werden, sodass künftig statt einer “totalen” nur eine “generelle” Übereinstimmung der Verfassung der PUC mit den Arbeitsrichtlinien (Working Policy) der Nordamerikanischen Kirchenleitung und der Weltkirchenleitung nötig gewesen wäre, um gewisse Abweichungen von den übergeordneten Kirchenleitungen zu ermöglichen.
  Pastor Ted Wilson, Weltkirchenpräsident der Siebenten-Tags-Adventisten, habe sich gemeinsam mit den Pastoren Lowell C. Cooper und Armando Miranda, beides Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung, an die Delegierten gewandt und sie aufgefordert, den beiden Anträgen des PUC-Exekutivausschusses nicht zuzustimmen und vor allem die Einheit der adventistischen Weltkirche mit der Zustimmung zur Frauenordination nicht zu gefährden.
  Pastor Dan Jackson, Präsident der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD), habe eine ausgewogene Stellungnahme zu den beiden Anträgen abgegeben, berichtete Spectrum. Pastor Ernest Castillo, Vize-Präsident der NAD, habe hingegen entschieden für die Gleichberechtigung von Mann und Frau als Geistliche Stellung genommen.
  Nach Angaben von AdventistToday hätten anschließend Theologen und Juristen mit ihren Ausführungen die Anträge erklärt oder Stellung genommen, worauf die Delegierten in zweiminütigen Beiträgen ihre Meinung äußern konnten. Charles White, Urenkel von Ellen White, einer prägenden Persönlichkeit in der Gründerzeit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, habe kurze Zitate seiner Urgroßmutter als Befürwortung der Frauenordination vorgelesen, so Spectrum.
  Die vierstündige PUC-Delegiertenversammlung konnte weltweit per Livestream über Internet verfolgt werden. Die Aufzeichnung der ganzen Delegiertenversammlung ist im Internet unter folgender Adresse zugänglich:
http://swankav.mediasite.com/mediasite/Play/4a7a9c98563f457cb4546b3852c5c2561d
  Die “Pacific Union Conference” (PUC) mit ihren sieben regionalen Kirchenleitungen (Vereinigungen), betreut insgesamt 220.265 erwachsen getaufte Adventisten, die sich in 687 Kirchengemeinden versammeln. (APD)


 


 

Große Mehrheit der Adventisten für Frauenordination im Osten der USA

(Silver Spring, Maryland/USA, 31.07.2012) Mit einer Mehrheit von 80 Prozent haben am 29. Juli in Silver Spring, Maryland/USA, die Abgeordneten der adventistischen “Columbia Union Conference” (CUC) während einer außerordentlichen Delegiertenversammlung dem Antrag des CUC-Exekutivausschusses zugestimmt, “die Ordination zum Pastorendienst unabhängig vom Geschlecht” zu bewilligen. Die Abstimmung ergab 209 zu 51 Stimmen, neun Enthaltungen und zwei ungültige Stimmzettel, teilte die CUC-Kommunikationsabteilung mit.
  Zur überregionalen Kirchenleitung der „Columbia Union Conference“ (CUC) gehören acht regionale Kirchenleitungen, „Vereinigungen“ genannt. Das Gebiet umfasst die US-Bundesstaaten Delaware, Maryland, New Jersey, Ohio, Pennsylvania, Virginia, West Virginia und den Distrikt of Columbia mit der Hauptstadt Washington.
  Das bedeute, so die adventistische Kirchenleitung in Nordamerika, dass die “Columbia Union Conference” in Zukunft Anträge von regionalen Kirchenleitungen zur Ordination von Frauen zum Pastorenamt nicht mehr ablehnen werde, sodass ihre Vereinigungen die Ordination vornehmen könnten.
  Mit diesem Votum schließt sich die “Columbia Union Conference” dem Norddeutschen Verband der adventistischen Freikirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland an, deren Delegierte am 23. April 2012 mit knapp 80 Prozent Mehrheit beschlossen, die Ordination von Frauen zum Pastorenamt im Bereich ihres Verwaltungsgebiets zuzulassen.
  Wenige Wochen vor der CUC-Delegiertenversammlung hatte die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in einem ungewöhnlichen Aufruf gegenüber den überregionalen adventistischen Kirchenleitungen, auch “Verbände” oder “Unionen” genannt, ein “ordnungsgemäßes Vorgehen” in der Ordinationsfrage angemahnt.

Stellungnahmen


 

Pastor Ted Wilson, Weltkirchenpräsident der Siebenten-Tags-Adventisten, der auch Kirchenmitglied einer Ortsgemeinde in der CUC-Kirchenregion ist, wandte sich laut “Adventist Today” an die Delegierten und habe sich gegen den Antrag ausgesprochen. Fatale Folgen für die Einheit der adventistischen Weltkirche sagte er für den Fall der Annahme des Antrages voraus. Gleichzeitig habe er die Delegierten um Geduld gebeten, bis 2014 die Ergebnisse einer Studiengruppe zur Ordinationsfrage vorliegen würden. Eine positive Entscheidung zur Ordination von Frauen als Pastorinnen werde in der adventistischen Weltkirche “zur Zersplitterung, zum Kongregationalismus (Autonomie der einzelnen Kirchengemeinden) und zum Zusammenbruch des internationalen Zusammenhalts führen”, so Wilson. “Ich will euch in keiner Weise Angst machen. Ich präsentiere nur Fakten.”
  Nach Angaben von “Adventist Today” habe Pastor Lowell Cooper, einer der Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), als nächster Redner den Appell von Wilson wiederholt: “Unterlasst autonomes Handeln.” Zudem habe Cooper einer Publikation widersprochen, in der im Vorfeld der Delegiertenversammlung die Aufgabenbereiche der kirchlichen Verwaltungsebenen dargestellt worden seien, wobei die Ordinationsfrage zum Kompetenzbereich der Verbände/Unionen gehöre. Die der Generalkonferenz untergeordneten Unionen hätten auch in Fragen, die zu ihrem Kompetenzbereich gehörten, nie unabhängig von der Weltkirchenleitung agiert, so Cooper, sondern immer in Absprache mit dieser, vor allem dann, wenn es sich um etwas noch nie Dagewesenes gehandelt habe.
  Pastor William Miller, Präsident der “Potomac Vereinigung” und Pastor Raj Attiken, Präsident der “Ohio Vereinigung”, beides regionale Kirchenverwaltungen, vertraten den Antrag des Exekutivausschusses ihrer überregionalen CUC-Kirchenleitung (Union) zur Einführung der Ordination für das Pastorenamt unabhängig vom Geschlecht. Sie hätten ausgeführt, so “Adventist Today”, dass in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten die Ordinationsfrage schon seit einem halben Jahrhundert studiert werde und bereits mehr als 30 größere Studien vorlägen. Schon 1881, so Miller, habe die adventistische Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) für die Ordination von Frauen als Pastorinnen gestimmt, und Ellen White, eine prägende Persönlichkeit in der Gründungszeit der Adventisten, habe nie etwas Negatives dazu gesagt noch geschrieben. Es gebe auch in den Archiven der Weltkirchenleitung keinerlei Aufzeichnungen, welche dieser ersten Entscheidung zur Frauenordination widersprächen, so Miller.
  1972 habe die Kirchenleitung der “Columbia Union Conference” der Ordination von Frauen als ehrenamtliche Gemeindeälteste zugestimmt, erläuterte Miller, obwohl dies damals unüblich gewesen sei und die Weltkirchenleitung vom Aufbrechen der Einheit in der Kirche gewarnt und von fatalen Folgen gesprochen habe. Heute gehöre die Ordination von Frauen als Gemeindeälteste zur adventistischen “Gemeindeordnung” und zu den “Arbeitsrichtlinien” (Working Policy) der Generalkonferenz. 1984 habe die “Columbia Union Conference” Frauen erlaubt, als angestellte, nicht ordinierte Pastorinnen zu arbeiten, sodass sie unter anderem Taufen und Hochzeiten durchführen durften, betonte Miller. Die gleichen Gegenargumente wie 1972 seien auch 1984 angeführt worden, und es sei vor einem “Erdbeben” in der Kirche gewarnt worden, das bis heute nicht eingetroffen wäre.
  Der Präsident der Adventisten in Ohio, Pastor Raj Attiken, habe ebenfalls den Antrag verteidigt, heisst es bei “Spectrum”. Die Einheit der Kirche liege primär in gemeinsamen Werten und Idealen und nicht in gleichen Kirchenstrukturen, hob Attiken hervor. “Vielfalt gehört untrennbar zu einer echten Einheit.”

Diskussion

 


Nach Angaben von “Adventist Today” hätten sich anschließend während eineinhalb Stunden 38 Delegierte zu Wort gemeldet, mit jeweils zwei Minuten Redezeit. Die meisten hätten für den Antrag Stellung genommen. Argumente seien die ungerechte Behandlung der Frauen durch die Kirche gewesen, die damit verbundene Verletzung der Gefühle von Frauen in Europa und Nordamerika sowie die Zukunftsoffenheit der Kirche für die nächste Generation. Ein Gegner des Antrags habe angeführt, dass der Mann das Haupt der Frau sei, andere fürchteten, dass mit einem zustimmenden Beschluss die Weltkirche ihre Einheit verlieren und sich die Unterschiede zwischen den südlichen und nördlichen Weltkirchenregionen verschärfen könnten.
  “Die Diskussionen sind offen und in einem guten Geist geführt worden”, stellte Pastor Dave Weigley, Präsident der “Columbia Union Conference” und Moderator der Versammlung, in seinem Schlusswort fest. “Wir sind weiterhin ein Teil der weltweiten Kirche und bleiben dem globalen Auftrag der Siebenten-Tags-Adventisten verpflichtet”, so Weigley nach der Abstimmung.

Ausblick

 


Es sei unklar, welches die nächsten Schritte der regionalen Kirchenleitungen in der “Columbia Union Conference” sein werden, so “Adventist Today”. Es habe den Anschein, dass die „Mountain View Vereinigung“, eine regionale Kirchenleitung im CUC-Gebiet, gegen den getroffenen Beschluss sei. Drei andere regionale Kirchenverwaltungen in der CUC-Kirchenregion hätten hingegen Pastorinnen angestellt, die demnächst ordiniert werden könnten.
  Die adventistische “Pacific Union-Conference” (PUC), zu der die westlichen US-Bundesstaaten Arizona, Hawaii, Kalifornien, Nevada und Utah gehören, sei die zweite überregionale Kirchenleitung innerhalb des Gebiets der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD), die am 19. August während einer außerordentlichen Delegiertenversammlung über einen ähnlichen Antrag wie die “Columbia Union Conference” abstimmen werde, teilte “Spectrum” mit. Da es sich bei jener Abstimmung aber um einen Änderungsantrag der Verfassung sowie der Geschäftsordnung handle, sei eine Zweidrittelmehrheit notwendig.
  Die vierstündige CUC-Delegiertenversammlung wurde live über Internet ausgestrahlt, sodass Interessierte aus der ganzen Welt den Ablauf verfolgen konnten. Die Aufzeichnung der ganzen Versammlung ist ab dem 1. August über folgende Internet-Adresse zugänglich: www.columbiaunion.org/2012specialconstituency
  Die „Columbia Union Conference“ (CUC) mit ihren acht regionalen Kirchenleitungen (Vereinigungen), betreut insgesamt 135.000 erwachsen getaufte Adventisten, die sich in mehr als 700 Kirchengemeinden versammeln. Sie unterhalten 90 Grund- und weiterführenden Schulen, eine Universität, eine medizinische Hochschule, zwei Netzwerke im Gesundheitswesen sowie zahlreiche lokale Sozialdienste. (APD)

 


 

Süddeutsche Adventisten wählen Freikirchenleitung

Vorbereitung eines Zusammenschlusses mit dem Norddeutschen Verband nicht auf der Tagesordnung/ Weiterhin keine Frauenordination


(Darmstadt) Pastor Günther Machel (63) bleibt Präsident des Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er übt das Amt seit 2002 aus. Die in Darmstadt am 6. Mai tagenden 265 Delegierten der drei regionalen Freikirchenleitungen Bayern, Baden-Württemberg und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) wählten Machel mit 228 Ja- und 36 Nein-Stimmen. Zum Süddeutschen Verband mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart gehören 15.384 erwachsen getaufte Mitglieder in 219 Kirchengemeinden.

  Stellvertretender Präsident und Sekretär (Geschäftsführer) wurde mit 228 Ja- und 25 Nein- Stimmen Pastor Jochen Streit (46), bisher Jugendabteilungsleiter im Süddeutschen Verband. Er löst Pastor Dietrich Müller (58) ab, der nach 18 Jahren als Sekretär darum bat, ihn von dem Amt zu entbinden. Mit 237 Ja- und 23 Nein-Stimmen wurde der Schatzmeister Pastor Werner Dullinger (49) wiedergewählt. Neuer Abteilungsleiter für Kinder, Pfadfinder und Jugend ist Pastor Ruben Grieco (39), bisher Seelsorger der adventistischen Jugendkirche „Livingroom“ in Mainz. Neu ist auch Pastor Stephan Igler (47) in der Leitung der Abteilung Predigtamt. Er tritt die Nachfolge des neuen Vorstehers der Freikirchenleitung Mittelrhein, Pastor Norbert Dorotik, an. Angelika Pfaller (56) löst Ingrid Naumann ab, die 19 Jahre der Abteilung Frauen vorstand und in den Ruhestand ging. Heinz Schlumpberger übernimmt ehrenamtlich die Abteilung Erziehung und Bildung. Zudem beschlossen die Delegierten die Gründung einer Abteilung Familie.

  Die Delegierten des Norddeutschen Verbandes mit Sitz in Hannover, der die Adventisten in Nord- und Ostdeutschland umfasst, hatten bei ihrer Abgeordnetenversammlung am 22. und 23. April in Geseke bei Paderborn beschlossen, darauf hinzuwirken, dass sich bis 2017 der Nord- und Süddeutsche Verband zu einem einzigen deutschen Verband vereinigen solle. Die Delegierten des Süddeutschen Verbandes beschlossen jedoch in Darmstadt mit 135 Ja- und 129 Nein-Stimmen, dieses Anliegen nicht auf ihre Tagesordnung zu nehmen. 1992 hatte sich der damalige West- und Ostdeutsche Verband der Adventisten zum Norddeutschen Verband zusammengeschlossen. Bemühungen, einen gesamtdeutschen Verband zu bilden, sind bis heute gescheitert.
  Die Delegierten des Norddeutschen Verbandes hatten in Geseke mit 160 Ja- und 47-Nein- Stimmen außerdem den Beschluss gefasst, Pastorinnen, wie ihre männlichen Kollegen zu ordinieren. Auch den Delegierten des Süddeutschen Verbandes lag ein diesbezüglicher Antrag vor. Er wurde jedoch mit 101 Ja- und 128 Nein-Stimmen abgelehnt. Vor der Abstimmung hatte Tagungsleiter Tobias Koch, der an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg Rechtswissenschaften lehrt, die Delegierten in Darmstadt darauf hingewiesen, dass die Ordination von Geistlichen in der Freikirche weltweit gültig sei und darüber deshalb auch nur eine adventistische Weltsynode entscheiden könnte. Ein positiver Beschluss in dieser Sache würde daher durch die süddeutschen Delegierten nichts am Status von Pastorinnen ändern.
  Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet" werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. Damit ist Pastorinnen auch das Amt des Präsidenten und seines Stellvertreters einer regiona- len oder überregionalen Freikirchenleitung verwehrt, das eine Ordination erfordert.
  Während die Ordination von Pastoren weltweit innerhalb der Freikirche Gültigkeit hat, können Frauen als Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung praktiziert. Die Weltsynoden der Adventisten 1990 in Indianapolis/USA und 1995 in Utrecht/Niederlande hatten die Ordination von weiblichen Geistlichen mehrheitlich abgelehnt. Die Zulassung von Frauen, die als ordinierte Pastorinnen amtieren, ist außerhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit rund 17 Millionen erwachsen getauften Mitglieder leben, äußerst umstritten.
  Wie die norddeutschen Delegierten beschlossen aber auch die süddeutschen Abgeordneten, der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten Friedensau bei Magdeburg den Auftrag zu erteilen, eine Übersicht der adventistischen Forschung der letzten Jahre wegen der Ordination von Frauen zu erarbeiten. Ähnlich hatte bereits 2010 die Weltsynode in Atlanta/USA gehandelt. Sie erteilte der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, einen Forschungsauftrag zum Begriff Ordination. Es solle geklärt werden, wie die Freikirche in einer sich ändernden Welt mit Ordinationen umgehen müsse. Im Hintergrund steht die Frage, ob die bisherige Praxis, nur Männer zum Pastorenamt zu ordinieren, die Bibel im vollen Umfang abdecke. Die Ordinationsfrage soll daher ein Thema der nächsten Welt- synode im Jahr 2015 sein.
  Die Delegierten des Nord- und Süddeutschen Verbandes tagen nur alle fünf Jahre. Sie nehmen die Rechenschaftsberichte über die Arbeit der letzten fünf Jahre entgegen und erteilen den Verantwortungsträgern Entlastung. Sie wählen die künftige Freikirchenleitung und beschließen über Anträge. Außerdem erstellen sie Rahmenrichtlinien für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren. (APD)

 

 

 


 

Delegiertentagung des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten:
Johannes Naether neuer Vorsteher des NDV / Frauen sollen als Pastorinnen ordiniert werden


(Geseke bei Paderborn, 24.04.2012) Pastor Johannes Naether (51) ist neuer Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (NDV) mit Sitz in Hannover. Die am 22. und 23. April in Geseke bei Paderborn tagenden 216 Delegierten der vier regionalen Freikirchenleitungen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, Hansa (Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) sowie Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) wählten ihn mit 162 Ja- und 33 Nein-Stimmen. Zum Norddeutschen Verband gehören 19.715 erwachsen getaufte Mitglieder in 345 Kirchengemeinden.
  Johannes Naether ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Der gebürtige Kölner studierte zunächst Geschichte und Englisch in Köln und bereitete sich danach am damaligen adventistischen Theologischen Seminar Marienhöhe, Darmstadt, auf sein geistliches Amt vor. Als Pastor wirkte er 14 Jahre in Hannover, Gifhorn und Braunschweig. Seit 2001 war er Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Niedersachsen und Bremen.

 

 

   

Johannes Naether

 

Klaus van Treek


  Naether löst Pastor Klaus van Treeck (59) ab, der seit 2004 dem Norddeutschen Verband vorstand. Er stellte sich den Delegierten nicht zur Wiederwahl, da er „die nächsten sechs Jahre seines Berufslebens mit neuen Herausforderungen füllen“ wolle. Van Treeck wird Leiter der beiden Institute für Weiterbildung (IfW) und Christliche Dienste (ICD). Träger der Einrichtungen sind die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz. Das IfW ist für die Fortbildung der Pastoren und Pastorinnen und das ICD für die Weiterbildung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kirchengemeinden zuständig. Der bisherige Leiter der Institute, Dr. Roland E. Fischer, wurde als Dozent für Pastoraltheologie an die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg berufen.
  Pastor Friedbert Hartmann (53) wurde in seinem Amt als stellvertretender Präsident und Sekretär (Geschäftsführer) des Norddeutschen Verbandes für weitere fünf Jahre mit 184 Ja- und 19 Nein-Stimmen bestätigt; ebenso Schatzmeister Günter Brecht (63) mit 189 Ja- und 16 Nein-Stimmen. Wiedergewählt wurden als Abteilungsleiter Annekatrin Blum (Frauen), Pastor Karl-Heinz Walter (Kommunikation) und Pastor Wilfried Schulz (Missionarischer Gemeindeaufbau). Neu in der Abteilung Jugend, Pfadfinder und Kinder ist Pastor Bert Seefeldt (35), der bisher diese Aufgabe für die regionale Freikirchenleitung Niedersachsen und Bremen wahrnahm. Gewählt wurde außerdem der aus 31 Personen bestehende Verbandsausschuss als oberstes Gremium zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Delegiertenversammlungen.
  Mit 160 Ja- und 47 Nein-Stimmen beschlossen die Delegierten, dass innerhalb des Norddeutschen Verbandes auch Pastorinnen, wie ihre männlichen Kollegen ordiniert werden. Das Votum entspricht damit nicht der Beschlusslage der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten.
  Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin “gesegnet” werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. Damit ist Pastorinnen auch das Amt des Präsidenten und seines Stellvertreters einer regionalen oder überregionalen Freikirchenleitung verwehrt, das eine Ordination erfordert.
  Während die Ordination von Pastoren weltweit innerhalb der Freikirche Gültigkeit hat, können Frauen als Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung praktiziert. Die Weltsynoden der Adventisten 1990 in Indianapolis/USA und 1995 in Utrecht/Niederlande hatten die Ordination von weiblichen Geistlichen mehrheitlich abgelehnt. Die Zulassung von Frauen, die als ordinierte Pastorinnen amtieren, ist außerhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit rund 17 Millionen erwachsen getauften Mitglieder leben, äußerst umstritten.
  Dennoch wurde während der Weltsynode 2010 in Atlanta/USA beschlossen, dass die adventistische Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, einen Forschungsauftrag zum Begriff Ordination erhält. Es soll geklärt werden, wie die Freikirche in einer sich ändernden Welt mit Ordinationen umgehen müsste. Im Hintergrund stehe die Frage, ob die bisherige Praxis, nur Männer zum Pastorenamt zu ordinieren, die Bibel im vollen Umfang abdecke. Die Ordinationsfrage werde daher ein Thema der nächsten Weltsynode im Jahr 2015 sein.
  Ein Antrag, dass künftig von 100 Delegierten der alle fünf Jahre stattfindenden Delegiertentagung des Norddeutschen Verbandes 40 Frauen sein sollten, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Dagegen stimmten die Delegierten den Leitlinien des Norddeutschen Verbandes für die Jahre 2012 bis 2016 unter dem Motto “Gott und Menschen ganzheitlich dienen” zu. Erstmals wurden in Geseke von einem derartigen Gremium der Freikirche in Deutschland elektronische Stimmkarten eingesetzt. (APD/Fotos edp und NDV))

 


 

Neuer Gesamtschulleiter in Bogenhofen

(Zürich/CH 18.01.2012) Am 27. Februar wird Dr. Christoph Berger (45) die Nachfolge von Dr. Winfried Vogel (57) als Gesamtschulleiter am Seminar Schloss Bogenhofen bei St. Peter am Hart/Oberösterreich übernehmen, wie die Freikirchenleitung der Deutschschweizer Siebenten-Tags-Adventisten mitteilte. Die 2.300 Deutschschweizer Adventisten unterhalten das Seminar gemeinsam mit den 3.900 österreichischen Adventisten. Die 1949 gegründete Einrichtung dient beiden Trägern als Ausbildungsstätte für Pastoren.
 

 

   

Dr. Christoph Berger

 

Dr. Winfried Vogel

(Fotos: APD)

 

  Dr. Christoph Berger hat einen theologischen Abschluss des früheren adventistischen Theologischen Seminars Marienhöhe, Darmstadt/Deutschland, sowie einen Master of Arts (M.A.) und Doctor of Ministry (D.Min.), beide vom Adventist International Institute of Advanced Studies (AIIAS), Philippinen. Er war Pastor und Abteilungsleiter für Jugend in Deutschland und Italien, Vizepräsident an der Asia Pacific International University in Thailand und leitete die „Plant Academy“, ein Studiengang für Mission und Gemeindewachstum am Seminar Bogenhofen. Berger ist verheiratet und hat zwei Töchter im Teensalter.
  Dr. Winfried Vogel tritt aus persönlichen Gründen zurück. Er leitete das Seminar seit 1997. Winfried Vogel ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Er war Pastor in Deutschland, Dozent für Theologie am Theologischen Seminar Marienhöhe, Darmstadt, und Dozent für Altes Testament und Praktische Theologie an der Ausbildungsstätte in Österreich.
  Das Seminar Bogenhofen führt eine Volks- und Hauptschule für die Schulstufen 1 bis 8 mit 44 Schülern sowie ein Oberstufenrealgymnasium für die Stufen 9 bis 12 mit 87 Schülern. Die Reifeprüfung (Matura) ist staatlich anerkannt und europaweit gültig. Am Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen mit derzeit 38 Studenten kann in der Regelstudienzeit von vier Jahren ein dem Bachelor (B.A.) vergleichbares Diplom erlangt werden. Das Sprachinstitut hat die Abteilungen Hebräisch, Griechisch und Deutsch als Fremdsprache. Der Deutschkurs mit gegenwärtig 14 Studierenden endet nach neun Monaten mit dem Österreichischen Sprachdiplom. Die „Plant Academy“, der neuste Ausbildungslehrgang mit sieben Absolventen, vermittelt während einem Jahr Wissen und Praxis zum Schwerpunkt Mission und Gemeindegründung. (APD/Schweiz)



Leitungswechsel in der Mittelrheinischen Vereinigung

 

 

(Darmstadt, 18.01.2012) Pastor Norbert Dorotik, Dipl.-Theol. (57), wird neuer Vorsteher der Mittelrheinischen Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Darmstadt. Die Freikirchenleitung umfasst 64 Gemeinden mit 4.590 erwachsen getauften Adventisten und 34 Pastoren in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Dorotik tritt im Sommer diesen Jahres die Nachfolge von Pastor Christian Molke, Dipl.-Theol. (47), an, der im Juni, nach der Pensionierung des langjährigen Direktors Erich Lischek, die Geschäftsführung der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Weiterstadt bei Darmstadt übernimmt.

 

  Der Vorsteher der Mittelrheinischen Vereinigung ist ex officio Mitglied des Kuratoriums des adventistischen Schulzentrums Marienhöhe (Gymnasium, Kolleg, Realschule, Grundschule) in Darmstadt.
  Norbert Dorotik ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Er leitete bisher die Abteilung Predigtamt und Bildung des Süddeutschen Verbandes der Freikirche in Ostfildern bei Stuttgart. Von 1985 bis 1991 war er bereits Jugend-Abteilungsleiter in der Mittelrheinischen Vereinigung. (APD/wb/Foto: EANN))

 


 

Alle Christen Samoas feiern ab 1. Januar 2012 den Sabbat

Mit dem Ablauf des 29.12.2011 wechselte Samoa* die Zeitzone. Da der pazifische Inselstaat an der Datumsgrenze liegt, bedeutet dieser Wechsel in die östliche Hemisphäre, dass ein Tag ausgelassen werden musste. So folgte auf Donnerstag, den 29.12.2011, gleich Samstag der 31. Dezember. Damit feierte Samoa mit seinen wirtschaftlich engen Nachbarn Australien und Neuseeland gemeinsam den 1. Januar. Vom Land des letzten Sonnenuntergangs wurde es zum Land des 1. Sonnenaufgangs. So einen Wechsel hatten schon 1995 Kiribati-Inseln und 1999 Tonga vollzogen.
  Da nach adventistischem Verständnis die biblische Sieben-Tage-Woche nicht verkürzt  (oder verlängert) werden darf, bleiben die Siebenten-Tags-Adventisten auf Samoa (wie zuvor auch auf Kiribati und Tonga) bei ihrer traditionellen Sabbatheiligung, auch wenn dies bedeutet, dass der Sabbat auf den neuen Sonntag fällt. So sind, wie auch eine Adventistin in einem Leserbrief in der Zeitung Samoa-Observer schrieb, die sonntagshaltenden Christen (eher unbewusst) zu Sabbathaltern geworden.
  Wie schon beim Datumswechsel in Kiribati und Tonga hat die adventistische Kirchenleitung von Samoa und der übergeordneten South Pacific Division (mit Sitz in Wahroonga/Australien)** die Entscheidung ausführlich begründet und mit den betroffenen Gemeinden diskutiert.***

Ganz Samoa feiert den Sabbat - ganz Samoa? Nein, eine kleine Gruppe „Unabhängiger Adventisten“ akzeptiert die Wochenkürzung im Dezember und feiert nun Gottesdienst am "offiziellen" Samstag, man verlöre ja sonst ein Alleinstellungsmerkmal.****

 

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*Samoa, seit 1962 unabhängig, umfasst mehre Inseln mit insgesamt nicht mehr als 200.000 Bewohnern. Über 98% der Bevölkerung sind Christen, vor allem Protestanten, etwa 3,5% der Einwohner sind Siebenten-Tags Adventisten.
Auf Samoa herrscht klare Trennung von Staat und Kirche.
Samoa war von 1900-1914 deutsche Kolonie, dann bis zur Unabhängigkeit unter neuseeländischer Verwaltung.

**Die zugehörigen Gebiete siehe:
www.adventiststatistics.org/view_Summary.asp?FieldID=D_SPD

***siehe diverse Texte:
http://adventist.org.au/samoa-dateline-change-2011

http://record.net.au/items/church-responds-to-shift-in-time

Diese Diskussion entspricht in etwa auch der in den 20er Jahren, als der Völkerbund eine Kalenderreform vorschlug, die jährlich einen Schalttag (außerhalb der Sieben-Tage-Woche) vorschlug, einen "Weltfeiertag", der aber dafür gesorgt hätte, bei Beibehaltung des traditionellen Sieben-Tage-Zyklus, dass Juden und Adventisten in jedem Jahr an einem anderen Tag des offiziellen Kalenders ihren Sabbat gehabt hätten. Die Kalenderreform konnte abgewendet werden.

 

****In manchen (weltweiten) Internetforen sehen einige auch den Sabbat als Unterscheidungsmerkmal im endzeitlichen Geschehen, er verlöre durch solche Entscheidungen wie in Tonga, Samoa etc. an „Kampfkraft“.

 


 

Lesenswert:

 

Ron Osborne, "The Dark Fantasy World of Walter Veith", in: Spectrum Magazine

 


 

Friedbert Ninow zum Professor für Biblische Archäologie und Rektor berufen

(Friedensau bei Magdeburg, 28.03.2011) Dr. Friedbert Ninow (48), Dozent für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg, ist von der Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Professorin Dr. Brigitta Wolff, zum Professor für das Fachgebiet Biblische Archäologie berufen worden. Die Ernennungsurkunde wurde ihm während der Senatssitzung der Hochschule am 16. März überreicht.
  Als Archäologe nahm Ninow seit 1987 an Ausgrabungen von Professor Dr. Udo Worschech (Friedensau) in Khirbat al-Balua, einer früheren Hauptstadt im antiken Moab, dem Nachbarstaat Israels im 2. Jahrtausend vor Christus östlich des Toten Meeres im heutigen Jordanien, teil. 2001 begann er mit einem eigenen Forschungsprojekt in diesem Gebiet an einer weiteren alten Stadtanlage. Nach dem Ruhestand von Professor Worschech leitet Ninow seit 2008 auch die Ausgrabungen in Khirbat al-Balua.
  Ninow erlangte an der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, den Master (M.A.) in Religion und war anschließend drei Jahre Pastor in Augsburg. Danach promovierte er an der Andrews Universität in Altes Testament. Seit 1997 ist er Dozent in Friedensau und war dort bis Ende Februar 2011 Dekan des Fachbereichs Theologie. Am 25. März wurde er als neuer Rektor der adventistischen Hochschule in sein Amt eingeführt. Ninow hat auch einen Lehrauftrag am Institut für Geschichte der Otto-von- Guericke-Universität in Magdeburg. [APD]

 


 

Italien - staatliche Anerkennung des adventistischen Theologiestudiums


(Florenz/Italien, 04.02.2011) Nach einem über zehnjährigen Anerkennungsprozess hat die Ministerin für Bildung, Mariastella Gelmini, ein Ausführungsdekret für das Theologiestudium am „Istituto Avventista di Cultura Biblica“, der adventistischen Hochschule in Florenz/Italien unterzeichnet.
  Das Ausführungsdekret basiert auf dem Beschluss Nr. 67 des Italienischen Parlaments vom Sommer 2009, der die Diplome der Hochschule staatlich anerkenne, teilte die adventistische Kirchenleitung für Mittel- und Südeuropa, mit Sitz in Bern, mit. Durch das Dekret würden sowohl die „Laurea in Teologia“, eine dreijährige Theologieausbildung, vergleichbar mit einem Bachelor (B.A.) in Theologie, als auch das darauf aufbauende zweijährige Theologiestudium, die „Laurea Magistrale in Teologia“, entsprechend einem Master (M.A.) in Theologie, staatlich anerkannt.
  „Das Dekret hat sehr positive Auswirkungen“, sagte der Rektor der adventistischen Hochschule in Florenz, Dr. Tiziano Rimoldi. “Dadurch kann jeder Student mit einem Abschluss unserer Hochschule beim Bildungsministerium die staatliche Anerkennung seines Studiums beantragen. Die Anerkennung bedeutet, dass der Abschluss unseres Instituts gleichwertig mit einem Abschluss einer staatlichen Universität ist.”
  Die Unabhängigkeit des adventistischen Instituts gegenüber dem Staat wurde in Artikel 14 eines generellen Abkommens zwischen dem Italienischen Staat und der adventistischen Kirche (“Unione Italiana delle Chiese Cristiane Avventiste del 7° Giorno”) im Jahr 1988 geregelt: „Die Geschäftsleitung und die Statuten des Instituts, wie auch die Anstellung des Lehrpersonals, ist Sache der zuständigen Organe der italienischen Kirchenleitung.“
  Das adventistische Institut wurde 1940 gegründet. Seit 1947 befindet es sich in der “Villa Aurora”, einem Renaissance-Wohnsitz in den Careggi-Hügeln, am Stadtrand von Florenz. Außer dem Theologiestudium wird auch ein Master in Internationaler Entwicklungszusammenarbeit, in Kooperation mit der Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, und ein Sprachkurs in Italienisch angeboten.
  Die Hochschule in Florenz ist Teil des adventistischen Bildungssystems, das weltweit 7.804 Schulen, von der Grundschule bis zur Universität, mit mehr als 1,6 Millionen Schüler/innen und Studenten/innen umfasst. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien ist Trägerin des „Istituto Avventista di Cultura Biblica“ und betreut über 9.000 erwachsen getaufte Mitglieder in 108 Gemeinden. [APD]

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