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H 2009 Bericht/Fotos


 

Die Katharer und ihre Welt

AWA-Herbstakademie (11.-18.10.2009) in Alet-les-Bains/Südfrankreich

„Wer Athen gesehen hat, lernt auch die griechische Geschichte besser verstehen, ...  Geradeso sieht man auch die Heilige Schrift mit anderen Augen an, wenn man Judäa gesehen hat und die alten Stätten und Landschaften kennt ...“ So formulierte bereits der Kirchenvater Hieronymus (347-419/20) den Wert der Kenntnis der biblischen Welt für die Erforschung der Heiligen Schrift.

 Die AWA-Herbstakademie wandte dieses Prinzip auf eine besondere Phase der Kirchengeschichte an: In der Landschaft Okzitanien, dem Gebiet der besonderen religiösen Toleranz im 13. Jahrhundert und dem Schauplatz des folgenden grausamen Kreuzzuges gegen die Katharer (Albigenser), wurde den Spuren dieser durch die Kirche verfolgten und ausgerotteten religiösen Bewegung nachgegangen.
Der Zustand der Kirche jener Zeit, die weithin ihren Bezug zum Menschen verloren hatte, war der Anlass für viele Reformbewegungen, die das Evangelium wirklich leben wollten, etwa die Armutsorden wie Franziskaner und Dominikaner oder beispielsweise die Waldenser. Letztere wurden verboten, da sie mit ihrer Aufhebung des Gegensatzes zwischen Geistlichkeit und Laien, dem Armutsideal, dem Willen zur Predigt und Bibelübersetzung in Landessprache das Machtmonopol der der Kirche in Frage stellten, während die Orden der Kurie kontrollierbar erschienen.
Die aus dem Osten kommende Bewegung der Katharer (gr. „Reinen“) konnte in Deutschland kaum Fuß fassen (Verbrennungen in Köln ), doch im damals hochzivilisierten Okzitanien, mit ihren selbstbewussten Bewohnern und noch mehr ihren Herrschern (Grafen von Toulouse, Carcassonne usw.) fanden sie die Toleranz, die ihnen eigene Organisationsstrukturen ermöglichte. Selbst viele Bischöfe und Äbte waren ihnen wohlgesonnen. Das aber beantwortete Papst Innocenz III. mit einem Kreuzzug gegen die „Ketzer“. Beutehungrige nordfranzösische und deutsche Ritter fielen sengend und mordend in den Süden ein. Ihrer Grausamkeit fielen Katholiken wie Katharer gleichermaßen zum Opfer. Nach 20 Jahren Krieg (1209-1229) war Okzitanien ein Teil Frankreichs, die neugeschaffene Inquisition durchkämmte systematisch das Land. Die berühmte Katharerburg Montségur, zeitweise Sitz der katharischen Kirchenleitung, fiel 1244, 200 Katharer wurden am 12. März 1244 unterhalb der Burg verbrannt. Die letzte Bergfestung Queribus gab 1255 auf. Auch wenn noch bis Anfang des 14. Jahrhunderts Katharer gewissermaßen im Untergrund bezeugt sind, so war die Arbeit der Inquisition langfristig vernichtend.
In einem ehemaligen Bischofssitz (bis zur französischen Revolution) - die zugehörige Kathedrale und Abtei sind seit der Zerstörung durch die  Hugenotten romantische Ruinen -, inmitten eines herrlichen alten Parks am Ufer des Audes, im heute noch mittelalterlich anmutenden Städtchen Alet-les-Bains und köstlich versorgt mit französischer Küche, wurde historisch (Walter Bromba) und theologisch (Klaus Schmitz) der Katharerbewegung nachgegangen, ihre Spuren von extremem Dualismus und Perfektionismus in der Kirchengeschichte bis heute verfolgt. Das schöne Herbstwetter ließ auch die Exkursionen nach Albi, Carcassonne, Mirpoir, den Katharerburgen Queribus und Montségur, zu Abteien oder Grotten zu einem beeindruckenden Erlebnis werde, die grandiose Landschaft verstärkte das noch.
„Komm Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen …“: Dieses Segenslied am Ende der Tagung drückte das Empfinden der 40 Teilnehmer aus, die den AWA ermutigten, 2011 oder 2012 mit einem weiteren kirchengeschichtlichen Thema so eine kontextbezogene Herbstakademie stattfinden zu lassen. (wb)

 

(Die Referate werden in einer der nächsten Ausgaben der STUFEN veröffentlicht.)

 

 

Bildergalerie

 

 

(Foto: wb)

 

 

   

Heimstatt für eine Woche (Foto: St. Löbermann)

 

Pflegeleicht - gemalte Bibliothek (Foto: pmb)

 

 

Tagungsbüro  (Foto: pmb)

 

 

       

Stufen zum Salle de Synode (Foto: pmb)

  (Foto: H. Jäscke)  

Spiegelungen (Foto: U. Hennecke))

  

 

Die Lichter des Salle de Synode zeugen vom Fleiß der Herbstakademie (Foto: wb)

 

 

Carcassonne (Foto: M. Leiska)

 

 

Vor den Mauern  (Foto: M. Leiska)

 

 

(Foto: St. Löbermann)

  

 

   

Aufmerksame Beobachter (Foto: U. Hennecke)

 

(Foto: St. Löbermann)

 

 

Saint Hilaire (Foto: U. Hennecke)

 

 

Katharer-Gedenkstein unterhalb von Montségur  (Foto: H. Jäschke)

 

 

Felsenhort Queribus  (Foto: H. Jäschke)

 

 

Es lebe die Kunst!  (Foto: M. Leiska)

   

 

Auf dem Marktplatz von Alet-les-Baines fehlte die Fraternité - auf der Tagung allerdings nicht

(Foto: wb)

 

 

       

Heimliche Beobachter in Mirepoix -

Balkengesichter (Foto: wb)

 

Auch dieses Klischee gibt es noch

(Foto: St. Löbermann))

 

Flughafen Toulouse - erste Bilderrückschau vor dem Rückflug (Foto: wb)

 

 

 

Ausblick (Foto: U. Hennecke)

 


 

 

      Rezept aus der genossenen schmackhaften französischen Küche  (Danke, Elke Chérel!):


     Gratin d'Aubergines


      2 Aubergienen und 6 Tomaten ca. 10 Minuten dünsten, dann Flüssigkeit abgießen und Tomaten enthäuten.

      Semmelbrösel (miettes de croûton) mit geriebenem Knoblauch und Petersilie mischen,

      dann Sonnenblumenöl (oder neutrales Öl), Salz und Pfeffer unter die Masse mischen.

      Noch ein paar Semmelbrösel darüber streuen.

      In einer Auflaufform ca. 35 Minuten bei 180 - 200° C im Backofen gratinieren.


      Bon appétit!

 

 


 

 

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