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 Oberwesel (uh)

 

 

Ein Leben auf zu großem Fuß – Herausforderungen auf der AWA-Herbst-Tagung

AWA-Herbsttagung (29.-31.10.2010) in Oberwesel

 

von Stefanie Noack-Bürger

 

Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche jährlich 4,2 „Global Hektar“ unserer Erde. „Global Hektar“ bezeichnet die Fläche, die zur Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse, wie Nahrung, Produktion von Kleidung oder Bereitstellung von Energie notwendig sind. 4,2 „Global Hektar“ entspricht etwa der Größe von 6 Fußballfeldern. Misst man die weltweit verfügbare Fläche, dürften wir aber pro Person nur 1,6 ha (nicht ganz ein Eishockeyfeld) verbrauchen. Dieser Flächenverbrauch wird als Ökologischer Fußabdruck bezeichnet. Wenn jeder Mensch auf dieser Erde unseren hohen Lebensstandard teilen würde, bräuchten wir rein rechnerisch 2,5 Erden, um unseren üppigen Lebensstil leben zu können. Offenbar leben wir in Europa auf zu großem Fuß.

Eine hilfreiche Antwort auf dieses augenscheinliche Problem ist das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung. Ein Beispiel: Wenn man einen schönen Buchenwald erhalten will, darf man nur soviel Buchen fällen, wie aus Bucheckern wieder nachwachsen können. Wer den ganzen Wald rodet, übergibt seinen Kindern eine Wüste. Nachhaltige Entwicklung fordert, dass wir zur Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse nur soviel von dieser Erde nehmen, dass für die folgende Generation genügend vorhanden ist, um ihre Bedürfnisse zu decken.

           

Nachhaltige Entwicklung als Herausforderung für adventistische Theologie und Ethik, so lautete das Thema der Herbsttagung 2010 des AWA.

 

Zunächst mussten sich die Teilnehmer der Tagung am ersten Abend gleich zweier Herausforderungen stellen. Dr. Hannes Petrischak, Geschäftsführer der Stiftung „Forum für Verantwortung“, zeigte uns an anschaulichen Beispielen, wie viele ökologische Probleme in unserer Welt vorhanden sind. Er wies uns auf Zusammenhänge hin, wie Umweltkatastrophen entstehen und zum Klimawandel beitragen. Es wurde schnell deutlich, dass wir keinesfalls nachhaltig leben. So musste ich hören, dass mir an meiner rechten Hand 2700 kg Material aus der Natur am Ringfinger hängen. 2,7 Tonnen, das ist das Gewicht einer indischen Elefantenkuh. Nie hätte ich gedacht, dass mein unscheinbarer kleiner goldener Ehering von 5g soviel Ressourcen verbraucht, bevor ich ihn kaufen kann.

Petrischak machte deutlich, welchen Unterschied es für die Größe eines Ökologischen Fußabdrucks macht, was ich bei einem harmlosen Frühstück zu mir nehme. Dieser vergrößert sich durch Kaffee aus Kolumbien, einem leckeren Glas Orangensaft aus Brasilien und gesunden Bananen aus Indien. Verkleinern kann ich ihn durch Tee aus Assam, Apfelsaft und Obst aus heimischem Anbau.

 

Die erste Herausforderung dieses Abends bestand somit darin, trotz der Fülle der vorgetragenen Probleme nicht zu resignieren, sondern Mut zur Nachhaltigkeit zu entwickeln. Dies wollte uns der Referent deutlich machen. Seine These lautete: Es ist noch nicht zu spät, wenn wir jetzt anfangen, ökologisch zu handeln.

Die zweite Herausforderung bestand darin, dass wir unseren eigenen ökologischen Fußabdruck untersuchten. Wie verantwortlich lebe ich persönlich und wie groß ist mein ökologischer Fußabdruck? Mit Hilfe einer interessanten Internetseite konnten wir uns selbst überprüfen. Wer seinen ökologischen Fußabdruck errechnen will, kann dies auf www.mein-fussabdruck.at selbst tun.

 

Am Sabbatmorgen sprach Christian Molke (Foto r.), Vorsteher der Mittelrheinischen Vereinigung, über unsere Beziehung zur Schöpfung im Licht des Evangeliums. Auch er forderte uns sehr deutlich zum Mitdenken heraus. Er stellte die provokante Frage, ob Adventisten, die auf eine neue Erde warten, überhaupt die Verantwortung haben, diese alte Erde zu schützen, die sowieso dem Untergang geweiht sei. Dieser Meinung widersprach er heftig. Kern adventistischen Glaubens ist das Bekenntnis zum Schöpfergott. Jesus Christus selbst hat sich als Mensch in seine Schöpfung hineinbegeben. Gott zeigt dadurch dieser Erde seine Wertschätzung. Mein Verhältnis zu Christus und mein Verhältnis zu meinen Mitmenschen und meiner Umwelt entsprechen einander, sie gehören untrennbar zusammen. Die durch die Schöpfung motivierte Sabbatgesetzgebung habe für den modernen Menschen Auswirkungen auf sein ökologisches und ökonomisches Verhalten. Dies legte uns Miguel Gutiérrez, Dozent am Instituto Adventistica di Cultura Biblica , am Sabbatnachmittag dar.

 

 

Wie Verantwortung für die Umwelt innerhalb der christlichen Kirchen ganz konkret werden kann, darüber referierte anschließend Hubert Meisinger (Foto l.), der „Umweltpfarrer“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Für ihn bedeutet der Klimawandel eine theologische und ethische Herausforderung. Christliche Ethik muss sich für den Klimaschutz einsetzen und damit auch politisch äußern. So sprach er sich deutlich gegen die Verlängerung der Atomwerklaufzeiten aus. Stattdessen sollte jedes Dach von Kirchengebäuden als weithin sichtbares Zeichen mit Solarzellen bestückt sein. Kirchen sollen nicht ihren Denkmalschutz hochhalten, sondern an der gesellschaftlich-ökologischen Entwicklung mitwirken. So könnten Solarzellen als Bekenntnis zur Schöpfung, zu der auch der Mensch gehört, dienen.

 Denn was motiviert Christen dazu, im ökologischen Sinn nachhaltig zu leben? Es ist die Erkenntnis: Ich bin Geschöpf inmitten von anderen Geschöpfen. Alle verdanken ihr Leben Gott, der sich durch Christus als barmherziger Gott offenbart hat. Als Ebenbilder Gottes und Nachfolger Christi, sollten wir gegenüber unseren Mitgeschöpfen ebenfalls barmherzig sein. Diesen Gedanken formulierte Christian Noack im Anschluss an die Plenumsdiskussion am Sonntag. Ein ökologisch nachhaltiger Lebensstil gehöre damit zum Wesen des Christseins. Versöhnung beziehe sich nicht nur auf den Mitmenschen, sondern auch auf die Tiere und die gesamte Mitschöpfung.

 

Die letzte Herausforderung dieser Tagung bestand darin, wie wir von der Erkenntnis zum ökologischen Handeln kommen. Was kann ich ganz konkret tun, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, um meinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern? Etwas mehr als ein Drittel unseres Bedarfs von 6 Fußballfeldern wird durch die Ernährung verursacht. Knapp 80% davon entfallen auf den Konsum tierischer Produkte, wie Fleisch, Milch und Eier. Wenn ich mich vegetarisch ernähren würde, reduzierte sich mein Ökologischer Fußabdruck um fast 1 Hektar. Ebenfalls hilfreich könnte es sein, Lebensmittel möglichst aus lokalem Anbau zu kaufen, welche der Jahreszeit angepasst sind. Von Vorteil sei es, Produkte aus ökologischem Landbau zu konsumieren, besonders beim Rindfleisch. Viele weitere Umwelttipps sind uns bekannt: Fairtrade- Produkte nutzen, Hauswände isolieren, für kurze Strecken das Fahrrad nehmen, Kleidung möglichst lange tragen, Haushaltsprodukte nach Ökonorm kaufen, Standbymodus durch Steckerleisten ausschalten und vielleicht Solarmodule installieren.

 

Diese AWA-Tagung hat mir neu ins Bewusstsein gerufen, dass ich als Christ und Adventist einen moralisch-ethischen Auftrag habe, unsere Erde zu bewahren. Und sie hat mir wieder einmal deutlich gemacht, dass ökologisches Handeln nötig und möglich ist. Mein Mann und ich haben uns vorgenommen noch mehr als bisher auf das Auto zu verzichten, wenn immer möglich das Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Dadurch ließe sich unser Ökologischer Fußabdruck wenigstens auf 3,1 „Global Hektar“ verringern. Allerdings sind auch wir mit dem Auto zum Tagungsort nach Oberwesel am schönen Rhein gefahren, wenn auch in Fahrgemeinschaft. Denn wie sagte schon Alois Glück, ein ökologischer Vordenker zu Beginn der 70er Jahre: Jeder will zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß.

 

 

 

Wirklich eine Herbst-Tagung (uh)

 

 

 

       

Oberwesel (uh)

 

Alte Kulturlandschaft (uh)

 

Burg (uh)

 

 

 

 

       

DJH (wb)

 

DJH (wb)

 

DJH (wb)

 

 

 

 

   

   

Stefan Löbermann, Pastor in Frankfurt (wb)

 

Franz Fink & Ulrike Hennecke (wb)

 

Tagungsleiter Dr. Christian Noack

 

 

 

 

 

 

 

   

   

Gedankenaustausch (wb)

 

Foyer (wb)

 

Referent Dr. Miguel Gutiérrez, Florenz (wb)

 

 

 

 

       

Konzert von Melanie Arnhold & Christian Ludwig (uh)

  Zuhörer (uh)  

Das Publikum verlangte Zugaben! (uh)

 

 

 

 

 

           

 

Workshops (wb) ....

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...  ... Dank an Michael Ihrig für jahrelange Mitarbeit im Vorstand und als Begründer der AWA-Homepage   Stellvertr. AWA-Vorsitzender Helmut Fuhrmann (wb)

 

 

 

Ausblick - hinterm Horizont liegt der nächste Tagungsort: Frankfurt am Main (uh)  

 

 

 

Fotos:

Ulrike Hennecke (uh);

Walter Bromba (wb) und Bilder 2 u. 3.

Alle Rechte vorbehalten!

 

 

 

 

 

 

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